Das Schweizer Vorsorgesystem

Das schweizerische System der sozialen Sicherheit basiert auf dem «Drei-Säulen-Konzept», das 1972 in der Bundesverfassung verankert wurde. Dieses System soll der Wohnbevölkerung eine umfassende finanzielle Risikoabdeckung bei Tod, Invalidität und Alter gewährleisten.

 

Die 1. Säule zur Existenzsicherung

Die Renten der AHV/IV gewähren eine sichere Existenz. Sie decken den absolut notwendigen Lebensbedarf. Wer mit AHV/IV-Rente und angespartem Vermögen seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, hat seit 1966 Anrecht auf Ergänzungsleistungen. Versichert ist die gesamte Wohnbevölkerung, also Arbeitnehmende, Selbständigerwerbende und Nichterwerbstätige.

 

Die 2. Säule zur Sicherung des gewohnten Lebensstandards

Um die gewohnte Lebenshaltung weiterführen und Bedürfnisse, die über die Existenzgrundlage hinausgehen, abdecken zu können, bedarf es zusätzlicher Absicherung. Deshalb entschied der Schweizer Gesetzgeber, per 1. Januar 1985 die berufliche Vorsorge einzuführen. Damit wurden alle Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitnehmenden bei einer Vorsorgeeinrichtung zu versichern und, analog zur AHV/IV, mindestens die Hälfte der Beiträge aller Arbeitnehmenden des Unternehmens zu übernehmen. Vorbildliche Arbeitgeber bieten Ihren Mitarbeitenden zusätzlich zum Obligatorium ein Überobligatorium, welches die gesetzlichen Minimalleistungen deutlich erhöhen kann.

 

Die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) versichert obligatorisch alle AHV-pflichtigen Arbeitnehmenden, deren Brutto-Jahreslohn den Betrag der maximalen Vollrente der AHV übersteigt. Für alle anderen Arbeitnehmenden und für Selbständigerwerbende ist die berufliche Vorsorge freiwillig. Sie können sich freiwillig anschliessen. Nichterwerbstätige können dies nicht.

 

Die 3. Säule als zusätzliche private Absicherung

Die obligatorischen Leistungen aus der 1. und 2. Säule decken im Alter etwa 60 Prozent des bisherigen Einkommens ab. Einkommen über 84'600 Franken (Stand 2015) sind nicht versichert. Hinzu kommt, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in der Schweiz künftig immer weniger Erwerbstätige für die Finanzierung der Altersleistungen von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern aufkommen müssen. Eine individuelle Vorsorge auf privater Basis, die sogenannte 3. Säule, gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.